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»Historisch-politische Bildung als Grundlage internationaler Verständigung« – Panel beim Deutsch-Polnischen Forum im Auswärtigen Amt in Berlin (17. Juni 2026)

Zur Feier des 35-jährigen Bestehens des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag veranstaltet die aus diesem Übereinkommen hervorgegangene Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit das diesjährige Deutsch-Polnische Forum unter dem Motto »Nachbarschaft im Wandel. 35 Jahre deutsch-polnischer Zusammenarbeit«. Im Fokus steht hierbei der Dialog über die Zusammenarbeit der beiden Länder im Kontext globaler geopolitischer Umbrüche, es ist zugleich ein Rückblick, der zentrale Themen auch aus den Bedarfen und Entwicklungen der Gegenwart zur Diskussion bringt. Die Veranstaltung beginnt am 17. Juni im Auswärtigen Amt in Berlin mit Reden der Außenminister beider Länder, Radosław Sikorski und Johann Wadephul.

Für das Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut (GEI) sowie die Deutsch-Polnische Schulbuchkommission ist es eine besondere Auszeichnung, auch im Jubiläumsjahr wieder an der hochkarätigen Veranstaltung mitwirken zu dürfen. Die Kommission gestaltet eine der am Nachmittag des 17. Juni parallel stattfindenden Sitzungen, die zahlreiche Facetten der deutsch-polnischen Zusammenarbeit beleuchten sollen. Unter dem Titel »Geschichte gemeinsam vermitteln – Zusammenhalt stärken. Historisch-politische Bildung als Grundlage internationaler Verständigung« soll in dem vom GEI, der Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH/PAN) und der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission mitorganisierten Panel die Rolle historisch-politischer Bildung für Verständigungs- und Versöhnungsprozesse besprochen werden.

Prof. Dr. Eckhardt Fuchs, Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut, behandelt die deutsch-polnische Schulbucharbeit als Beispiel für transnationale Kooperation im Bildungsbereich. Den Modellcharakter dieser bilateralen Kooperation besprechen Prof. Dr. Violetta Julkowska, Universität Poznań/Posen, Co-Vorsitzende der Kommission, mit Blick auf die Arbeit der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission, und Prof Dr. Igor Kąkolewski, Direktor des CBH/PAN in Hinblick auf das deutsch-polnische Geschichtsschulbuch Europa – Unsere Geschichte. Dr. Verena Laubinger(Georg-August-Universität Göttingen) und Dr. Stephan Theilig(Campus Oberbarnimschulen in Eberswalde) sprechen über den konkreten Einsatz bilateraler Bildungsmaterialien im Unterricht.

Diese von der Kommission in ihrer Arbeit gesammelten Erfahrungswerte können Modellcharakter für kommende multilaterale Kooperationen haben. PD Dr. Steffen Sammler (GEI) referiert über Möglichkeiten, diese Erfahrungen für internationale Verständigungsprozesse fruchtbar zu machen. Dr. Marcin Wiatr (GEI) und Prof. Tomasz Stryjek (Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Warschau) sprechen im Anschluss daran über das Projekt »Transnationale Geschichte unterrichten: Deutschland – Polen – Ukraine«, in dem ein solcher Transfer aktuell bereits vorgenommen wird.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion (moderiert von Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg, Universität Gießen, Co-Vorsitzender der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission) werden Möglichkeiten diskutiert, Erfahrungen aus der deutsch-polnischen Schulbucharbeit in zukünftige ostmitteleuropäische Bildungskooperationen einfließen zu lassen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedeutung gemeinsamer historischer Lernprozesse für Verständigung und Konfliktbewältigung, institutionelle und wissenschaftliche Voraussetzungen erfolgreicher transnationaler Kooperation sowie Perspektiven für zukünftige europäische Projekte historisch-politischer Bildung.

Das vollständige Programm des Deutsch-Polnischen Forums ist hier zu finden: https://sdpz.org/forum-2026/programm-2026/.