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Zum gemeinsamen Schulbuch in Breslau – Konferenz im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen

Im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Breslau/Wrocław fand vom 27. bis 28. Mai die 1. Breslauer Methodikkonferenz „«Sei nicht gleichgültig». Schwierige Themen des 20. und 21. Jahrhunderts in der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern“ statt. Sie brachte Lehrkräfte aus Niederschlesien und Sachsen, Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Bildungseinrichtungen aus Polen und Deutschland sowie Studierende der Universität Breslau/Wrocław zusammen.

Die Schirmherrschaft übernahmen die niederschlesische Schulkuratorin Ewa Skrzywanek sowie das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Breslau/Wrocław. Als Partner fungierten das Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien, die Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Breslau/Wrocław sowie das Breslauer Zentrum für Lehrerfortbildung.

Der zweite Konferenztag war dem gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichtslehrbuch „Europa. Unsere Geschichte“ gewidmet. Den einführenden Vortrag mit dem Titel „Die historische und methodologische Bedeutung des gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichtslehrbuchs «Europa. Unsere Geschichte»“ hielt die Ko-Vorsitzende der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission, Prof. Violetta Julkowska. Sie stellte die Entstehungsgeschichte des Projekts, den Inhalt der einzelnen Bände sowie Möglichkeiten der Arbeit mit dem Lehrwerk vor und betonte dabei seinen innovativen Charakter – sowohl hinsichtlich der Materialauswahl als auch mit Blick auf die eingesetzten didaktischen Methoden.

Anschließend leitete Wiesława Araszkiewicz, Mitglied des Lehrkräfte-Arbeitskreises bei der Kommission, einen Workshop für Lehrkräfte aus Polen und Deutschland unter dem Titel „Wie kann das gemeinsame deutsch-polnische Werk «Europa. Unsere Geschichte» inspirieren?“. Anhand ausgewählter Abschnitte aus allen vier Bänden analysierten die Teilnehmenden verschiedene didaktische Lösungsansätze, diskutierten über die praktische Nutzung der Publikation und über Möglichkeiten ihrer Einbindung in den Schulunterricht. Jede teilnehmende Person erhielt ein Materialpaket, darunter den vierten Band des Lehrwerks zur Zeitgeschichte.

Im Rahmen der Konferenz stellte Piotr Kondratowicz, Lehrer am Niederschlesischen Sonderpädagogischen Schul- und Erziehungszentrum Maria Grzegorzewska Nr. 13 in Breslau/Wrocław, ein Projekt vor, das Schülerinnen und Schüler seiner Schule seit 2018 durchführen. In dessen Rahmen absolvieren sie Praktika in den Werkstätten der Gedenkstätte Auschwitz, leisten Tischlereiarbeiten und beteiligen sich an den dortigen Gedenkaktivitäten. Schülerinnen und Schüler derselben Einrichtung sorgten auch für die kulinarische Begleitung der Konferenz und bereiteten die Verpflegung während der Kaffeepausen sowie das Mittagessen vor.

Den abschließenden Vortrag mit dem Titel „Partnerschaft trotz Unterschieden? Polen und Deutschland angesichts aktueller europäischer Krisen“ hielt Prof. Krzysztof Ruchniewicz. Mit Bezug auf das in diesem Jahr begangene Jubiläum des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags analysierte er die Besonderheiten der deutsch-polnischen Beziehungen in drei Zeiträumen: 1989–1991, nach der EU-Erweiterung 2004 sowie nach 2022. Abschließend betonte er, dass der Vertrag — trotz der vergangenen Jahrzehnte — nach wie vor den Rahmen für die deutsch-polnischen Beziehungen bildet und eine stabilisierende Funktion in Europa erfüllt, insbesondere im Kontext aktueller Bedrohungen, darunter die Politik Russlands.

Die Diskussionen im Anschluss an die Vorträge und während der Workshops bestätigten das lebhafte Interesse der Lehrkräfte und Fachdidaktikerinnen und -didaktiker am Lehrwerk. Die Konferenz brachte knapp 70 Personen zusammen, was sowohl die Treffsicherheit der Themenwahl als auch die organisatorische Kompetenz der Büroleiterin Anna Leniart und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Beweis stellte.