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Woche des Dialogs: Deutsch-Polnisches Forum, Präsidiumssitzung und Werkstattgespräch mit der Stabstelle Deutsch-Polnisches Haus

Die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission blickt auf eine Woche intensiven Austauschs und anregender Begegnungen in Berlin zurück. Anlässlich des 35. Jahrestags des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit vom 17. Juni 1991 fanden Mitglieder der Kommission zu gleich drei Anlässen in Berlin zusammen: Nachdem am 17. Juni im Auswärtigen Amt das Deutsch-Polnische Forum stattfand, an dem Mitglieder der Kommission im Rahmen eines Panels teilnahmen, kam die Kommission am 19. Juni zu einer Präsidiumssitzung mit anschließendem Werkstattgespräch zum Thema „Deutsch-Polnische Themen in Museen, Gedenkstätten und digitalen Lernräumen“ am 20. Juni im Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH PAN) zusammen.

1. Panel „Historische Bildung als Grundlage internationaler Verständigung“ im Rahmen des Deutsch-Polnischen Forums

Am 17. Juni fand anlässlich des 35. Jahrestags des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrags das diesjährige, von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit ausgerichtete Deutsch-Polnische Forum 2026 unter dem Motto „Nachbarschaft im Wandel – 35 Jahre deutsch-polnischer Zusammenarbeit“ statt. Nach der Begrüßung durch Henryka Mościcka-Dendys, Vorsitzende des Beirates für die Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland im Außenministerium der Republik Polen, und Knut Abraham, Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit, führten Reden der Außenminister Johann Wadephul und Radosław Sikorski in die Veranstaltung ein. Anschließend wurde in zahlreichen parallel stattfindenden thematischen Sitzungen über verschiedene Bereiche der deutsch-polnischen Zusammenarbeit, etwa aus den Blickwinkeln der Sicherheitspolitik, des kulturellen Austauschs, der Bildungskooperation oder der Jugendarbeit, diskutiert. Das Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut und das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH PAN) durften die Möglichkeit wahrnehmen, im Rahmen eines Bildungspanels über „Historische Bildung als Grundlage internationaler Verständigung“ mit interessiertem Publikum aus Zivilgesellschaft und Politik ins Gespräch zu kommen. Nach einer Vorstellung der Ergebnisse des Geschichtsschulbuchprojekts „Europa – Unsere Geschichte | Europa. Nasza historia“ fiel der Schwerpunkt der Diskussion auf Möglichkeiten des Erfahrungstransfers aus der bilateral deutsch-polnischen Schulbucharbeit in multilaterale Kontexte, vor allem in Ostmitteleuropa. Vorgestellt wurde das Projekt „Transnationale Geschichte unterrichten: Deutschland – Polen – Ukraine“, in das Erfahrungen der Gemeinamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission bei der Arbeit an „Europa – Unsere Geschichte“ einfließen, sodass Empfehlungen für ein gemeinsames polnisch-ukrainisches Geschichtsschulbuch erarbeitet werden können.

An dem von Dr. Dominik Pick moderierten Panel nahmen Prof. Dr. Eckhardt Fuchs (Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut und Mitglied des Präsidiums der Kommission), Prof. Dr. Violetta Julkowska (Universität Poznań/Posen, Co-Vorsitzende der Kommission), Dr. Verena Laubinger (Georg-August-Universität Göttingen, Mitglied des Präsidiums der Kommission), Dr. Stephan Theilig (Campus Oberbarnimschulen in Eberswalde, Mitglied im Lehrkräfte-Arbeitskreis der Kommission), Prof. Tomasz Stryjek (Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften) und Dr. Marcin Wiatr (Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut, Co-Sekretär der Kommission) teil.

Ein erster ausführlicher Bericht über den Ablauf des Forums kann im Online-Magazin Dialog nachgelesen werden: https://dialogonline.net/2026/06/19/nachbarschaft-im-wandel-das-deutsch-polnische-forum-in-berlin/

Hier finden sich weitere Impressionen zum Deutsch-Polnischen Forum.

2. Präsidiumssitzung der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission

Nach einem Überleitungstag am 18. Juni, an dem einige Mitglieder der Kommission gemeinsam die Sonderausstellung „Ostgebiete / Ziemie Zachodnie. Eine deutsch-polnische Spurensuche“ im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung begingen, fand am 19. Juni im Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH PAN) die Präsidiumssitzung der Kommission statt.

Zunächst wurden wichtige aktuelle Aktivitäten der Kommission resümiert. Anschließend wurden zur strategischen Ausrichtung der Kommission im Kontext aktueller geschichtspolitische Debatten und der Notwendigkeit eines Erfahrungstransfers der Kommission an andere bilaterale Initiativen der historisch-politischen Bildung Impulse gegeben und diskutiert. Letzteres Thema wurde auch später wieder aufgegriffen, als die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Ukraine und Litauen im Kontext der Entwicklung digitaler Module zur Verflechtungsgeschichte Ostmitteleuropas im Sinne der Möglichkeiten multilateraler Schulbuch- und Bildungsprojekte thematisiert wurde. Der Digitalisierungsaspekt wurde auch im Hinblick auf die digitale Weiterentwicklung des Geschichtsschulbuchs „Europa – Unsere Geschichte | Europa. Nasza historia“ in Form von einer digitalen Lernumgebung mit entsprechenden Modulen besprochen.

Zuletzt sprachen Präsidiumsmitglieder der Kommission über zukünftige Aktivitäten, etwa die Vorbereitung einer von der Kommission im Oktober 2027 geplanten Schulbuchtagung zur Rolle von landeskundlichen Bezügen in Krzyżowa/Kreisau, Initiativen aus dem Lehrkräfte-Arbeitskreis (siehe hier), die Implementierung des binationalen Schulbuchs und die Pilotierung digitaler Module zur Verflechtungsgeschichte.

3. Werkstattgespräch: „Deutsch-polnische Themen in Museen und Gedenkstätten“

Am Folgetag der Präsidiumssitzung fand im Rahmen des Klaus Zernack Colloquiums am CBH PAN und in Kooperation mit der Stabsstelle „Deutsch-Polnisches Haus“ der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ein Werkstattgespräch statt. Ziel war die Erörterung möglicher Schnittstellen zwischen Schulbucharbeit, Museums- und Gedenkstättenpädagogik sowie historisch-politischer Bildungsarbeit. Darüber hinaus wurden Perspektiven für eine zukünftige Zusammenarbeit mit der Stabstelle Deutsch-Polnisches Haus diskutiert.

Nach einer Einführung hielt Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen Instituts, einen Impulsvortrag über Perspektiven der Vermittlung deutsch-polnischer Geschichte im öffentlichen Raum. Die anschließende Diskussion griff insbesondere Fragen der Sichtbarkeit deutsch-polnischer Geschichte im öffentlichen Raum und der Einbindung digitaler Formate auf. Bozhena Kozakevych stellte das Projekt „Deutsch-Polnisches Haus“ als Erinnerungsort sowie Ort für historische Aufklärung und Begegnung vor. Im Anschluss besprachen die Mitglieder der Kommission Kooperationsmöglichkeiten zwischen Museen, Forschung und schulischer Bildung sowie die Möglichkeiten einer Einbindung des bilateral erarbeiteten Schulbuchs in die geplante Ausstellung. Das Werkstattgespräch wurde als wichtiger Schritt zur Bestimmung gemeinsamer Arbeitsfelder bewertet.